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Geld verdienen mit Blogs: Was es wirklich bedeutet, von einem Blog zu leben

Stell dir vor, du bewirbst dich und niemand lädt dich ein. Das war der Grund, warum ich bloggerabc gestartet habe – meinen Blog rund ums Bloggen. Aus der Arbeitslosigkeit heraus. Was du berücksichtigen musst, wenn du von deinem Blog leben willst.

2012 bin ich für einen Job im Online-Marketing in die Schweiz gegangen. Wie es der Zufall so wollte, hatte mein Unternehmen ein Corporate Blog. Das war für mich wie eine Geschenk. Denn Blogs habe ich schon immer gerne gelesen. Und so arbeitete ich mich in die ganzen Themen ein: Suchmaschinenoptimierung (SEO), Schreiben fürs Web, Content Marketing, Content Curation und Reichweitenaufbau. Ich etablierte Blogger Relations in meinem Unternehmen und vernetzte mich mit der Szene. Ich liebte meine Arbeit sehr. Doch irgendwann wurde es Zeit für einen Wechsel und es ging zurück nach Deutschland.

Gut ausgebildet und mit mehreren Jahren Auslandserfahrung sollte es kein Problem sein, einen neuen Job zu finden. Dachte ich. Die Realität sah anders aus. Auf meine Bewerbungen erhielt ich nur Absagen. Auf meine Frage, warum ich nicht zu einem Gespräch eingeladen werde, schien mir niemand ehrlich antworten zu wollen. Bis auf zwei Ansprechpartner: „Frau Sprung, Sie waren in der Schweiz. Wir werden Ihre Gehaltsvorstellungen nicht zahlen können.“ Bumm, das saß!

Mit Coaching zum Erfolg?

Interessanterweise waren das Bewerbungen, in denen keine Gehaltsvorstellungen im Anschreiben gefordert waren. Anstatt mit mir zu sprechen und ein Budget zu nennen, wurde ich direkt aussortiert. Nur weil man glaubte zu wissen, was ich verdienen will. Es ging nicht um meine Fähigkeiten und Fertigkeiten für die jeweiligen Stellen. Das gab mir sehr zu denken. Ich entschied, mir Hilfe zu holen.

Tipp: Du willst ebenfalls als FreiberuflerIn arbeiten? Und dabei die typischen Fehler der Selbstständigkeit umgehen? Dann lies dir unseren Beitrag von Jan Tissler durch: Freelancer-Fehler vermeiden.

Ein Coach sollte mit mir meine Bewerbungsunterlagen von links auf rechts drehen. Im Verlauf der Zusammenarbeit kam von ihm der Vorschlag, ein Blog zu starten. „Frau Sprung, wenn Sie sich für ein Blog entscheiden, dann überlegen Sie sich das gut. Das Blog begleitet Sie nicht einmalig während Ihrer Bewerbungsphase und wird dann wieder abgestellt. Im Gegenteil! Das wird Ihre Visitenkarte im Netz.“

bloggerabc Daniela Sprung
Der Blog bloggerabc von Daniela

Ich schlief einige Nächte über den Vorschlag. Wir diskutierten die Idee auch noch einige Male. Aber dann stand mein Entschluss fest: Ich fange an zu bloggen. Durch meine vorherige Arbeit mit einem Unternehmensblog besaß ich viel Wissen und Expertise. Die Herausforderung bestand darin, das Blog als eigene Marke aufzubauen.

Doch wie funktioniert das, eine Marke aufbauen? In erster Linie indem man „Experte“ für ein Thema wird. Das bedeutet, dass du dich intensiv mit diesem beschäftigst und dein Wissen öffentlich machst. In meinem Fall über das Blog. Wobei ich mich selbst nicht als Experte bezeichne. Ob ich ein Experte bin entscheiden andere. Aber das Thema Bloggen ist meine Leidenschaft. Dafür brennen ich und darum schreibe ich darüber.

Regel Nummer 1: Brenne für dein Thema

Überlege dir: Für welches Thema hast du so viel Leidenschaft, dass du sofort darüber erzählen kannst, wenn man dich nachts um 3 Uhr weckt? Bei mir ist das ganz klar: Bloggen.

Ich wollte ein Blog schaffen, das anderen dabei hilft, alle relevanten Infos zum Thema zu finden. Ohne das ganze Netz mühsam abgrasen zu müssen. Ich wollte, dass die Menschen bei Daniela Sprung an Bloggen denken. Und beim Bloggen an Daniela Sprung.

Regel Nummer 2: Um eine Marke zu werden braucht es Ausdauer

Mein daraus entstandener Blog bloggerabc war seither immer ein wichtiger Teil meiner Bewerbungen. Der letzte Satz auf meinen Anschreiben lautete: „Und wenn Sie mehr über mich erfahren wollen, dann schauen Sie auf mein Blog bloggerabc. Oder besuchen Sie mich in den sozialen Netzwerken.“

So konnten sich interessierte Arbeitgeber ein Bild von mir verschaffen. Gleichzeitig bewies ich am lebenden Objekt, dass ich etwas von SEO, redaktionellem Schreiben, Content-Management-Systemen, Community Management und Social Media verstehe. Von da an veröffentlichte ich jeden Mittwoch einen Beitrag. Und ich vernetzte mich mit der Branche. Das Ergebnis: Nach 6 Monaten musste ich nicht mehr nach einem Job suchen. Ich bekam meine erste Festanstellung bei einem Start-Up.

Geld verdienen durch das Blog

Meine Aufgaben dort umfassten den Aufbau einer Blogstrategie und eines Blogs. Parallel dazu führte ich bloggerabc weiter. So kamen nach und nach die ersten freien Aufträge: erst das Verfassen von Blogartikeln für Firmenblogs. Und dann die erste Anfrage eines Unternehmens, ob ich Ihnen helfen könnte, ihren Blog zu optimieren.

Zusammen mit meinem Coach, der damals ein Freund und Mentor geworden ist, bereitete ich diesen Auftrag akribisch vor. Das Feedback des Kunden nach dem Workshop war sehr positiv. Ab da hatte ich “Blut geleckt”. Es war genau das, was ich machen wollte. Und zwar ohne Wenn und Aber. Es folgten weitere Aufträge von anderen Unternehmen. Parallel dazu bloggte ich für Firmen und Plattformen. Dabei arbeitete ich kontinuierlich weiter an bloggerabc, meinem Wissen und an meiner Vision, wohin ich mit dem Blog will.

Regel Nummer 3: Finde dein “Warum”

Überlege dir dein “Warum” und was du erreichen willst. Warum willst du das Blog umsetzen? Warum ausgerechnet dieses Thema? Was ist dein Ziel? Was sind deine Zielgruppen?

Wenn du dein Warum gefunden hast, dann fällt es dir leichter, bei der Sache zu bleiben. Und Rückschläge zu verarbeiten. Es treibt dich an und hilft dir dabei, deine Vision umzusetzen. Ohne dein Warum wird dich das Bloggen irgendwann frustrieren. Weil es lange dauern kann, eine regelmäßige Leserschaft aufzubauen. Gerade jetzt, seit Blogs in den letzten drei bis vier Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Besonders im Bereich Lifestyle gibt es viele Mitbewerber.

Mein persönliches “Warum” war, dass ich anderen Leuten dabei helfen wollte, alle relevanten Informationen zum Bloggen bei einer Anlaufstelle zu finden. Ich wollte, dass die Leser nicht mehr zwischen guten und schlechten Quellen unterscheiden müssen. Sie sollen bei bloggerabc alles finden, was sie zum Bloggen brauchen. Mir war wichtig, den Menschen das Recherchieren zum Thema so einfach wie möglich zu machen.

Inzwischen schreibe ich nicht nur Fachartikel für Magazine wie das von RAIDBOXES. Ich bin auch Dozentin für verschiedene Weiterbildungsinstitute in den Bereichen Corporate Blogging und Social Media. Ich halte Vorträge zu den Themen und veranstalte zwei eigene Eventformate dazu: Die Blog4Business und das Corporate Blog Barcamp. Weitere Ideen sind bereits in der Vorbereitung.

Corporate Blog Barcamp
Das Corporate Blog Barcamp

Mein Geld verdiene ich aus dieser Vielzahl an Tätigkeiten. Affiliate Marketing, also die Einnahme von Provision durch Weiterempfehlungen, habe ich bisher nicht genutzt. Diesen Weg hatte ich bislang ausgeschlossen. Das ändert sich aber zukünftig. Denn ich nutze viele Produkte, die ich gerne und aus absoluter Überzeugung weiterempfehle.

Dabei muss dir aber klar sein: Affiliate Marketing und Partnerprogramme lohnen sich in der Regel nur bei einer hohen Besucherzahl bzw. Leserschaft. Oftmals sind es nur Centbeträge, die durch solche Empfehlungen bei Amazon & Co eingenommen werden. Natürlich gibt es auch Affiliateprogramme, mit denen hohe Summen machbar sind. Aber da sind die Produkte auch hochpreisiger. Hier kommt es auf zahlungskräftige Zielgruppen an, die für den Umsatz sorgen.

Tipp: Du willst das WordPress-Hosting von RAIDBOXES weiterempfehlen? Verdiene bis zu 1500€ für jede Vermittlung. Du bist Profi für WordPress oder WooCommerce? Oder du arbeitest in einer Agentur? Dann schau dir unser FREE DEV-Partnerprogramm an.

Passives Einkommen ist ein Mythos

Vom Bloggen zu leben ist durchgängige Arbeit. Selbst die Digitalen Nomaden, die man manchmal so malerisch auf Bildern mit Laptop am Strand in der Hängematte sieht, müssen stetig arbeiten. Einige betreuen zum Beispiel das Online-Marketing für andere. Oder sie managen fremde Social-Media-Kanäle. Aber sie müssen natürlich Ergebnisse bringen, sonst ist der Job weg.

Andere promoten ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen, die sie dir unter Umständen in Anzeigen unter dem Stichwort “leicht und schnell Geld verdienen” verkaufen. Das sind dann die schwarzen Schafe der Branche. Fakt ist aber: Diese Produkte und Dienstleistungen müssen sie erst einmal erschaffen, bewerben, launchen und stetig dran bleiben, um sie zu überarbeiten. Und um sie immer wieder neu zu verkaufen.

Tipp: Was bedeutet es, als Digitaler Nomade ortsunabhängig zu arbeiten? Und was solltest du hierfür mitbringen? Lies dir dazu unser Interview mit Michael Hörnlimann durch. Er lebt diese Arbeitsweise seit vielen Jahren.

Was ich dir damit sagen möchte: Niemand verdient Geld, ohne dafür etwas zu tun. Passives Einkommen ist ein Mythos. Keine Realität.

Vom Bloggen leben ist Arbeit.

In meinem Fall arbeite ich mehr als in meiner Zeit als Angestellte. Schließlich muss ich mich um alles selbst kümmern: Artikel schreiben für meine Kunden und mich, Seminare entwickeln, Beratungen vor- und nachbereiten, Buchhaltung, Marketing, Akquise, Öffentlichkeitsarbeit usw. Ich bin Unternehmerin und trage jederzeit das Risiko, meine Miete, mein Essen und meine Versicherungen nicht zahlen zu können.

Nur mit den Texten verdiene ich nicht genug. Das liegt daran, dass Textarbeiten häufig nicht gut bezahlt werden. Plattformen wie content.de verleiten Unternehmen dazu, für Inhalte wenig(er) auszugeben. Denn dort gibt es Autoren, die Artikel für 2 Cent pro Wort anbieten. Oder die aus idealistischen Gründen arbeiten. Ähnliches gilt bei Vorträgen.

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Ja, ich bin mit der Datenverarbeitung einverstanden.

Ein Beispiel: Ich wurde gefragt, ob ich einen Vortrag von 30 Minuten halten würde. Auf meine Frage zur Bezahlung bekam ich die Antwort, dass ein Budget nicht vorgesehen sei. Ein Kollege, der bereits zugesagt hatte, wäre schließlich auch kostenlos dabei. Gerne wird dann das Argument gebracht, dass man am Tag des Vortrags seine Expertise zeigen könne. Um so neue Kunden und Kontakte zu gewinnen.

Ich bin der Meinung: Wer Speaker einlädt, um eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, der muss Location, Catering, Strom und Mitarbeiter bezahlen. Aber die Referenten nicht? Schließlich kommen die Besucher genau deswegen. Hier solltest du nicht nur dein Verhandlungsgeschick zeigen, sondern auch in der Lage sein, dein Honorar durchzusetzen. Oder ansonsten auch klar “Nein” zu sagen.

Denn die Einnahmen gehen ja nicht 1:1 alle auf mein Konto. Das ist kein Mythos, das ist ein Märchen. Rund die Hälfte geht für die Steuer weg. Ergo muss ich soviel verdienen, dass ich netto genug für mich habe. Ich muss davon nicht nur meine Fixkosten zahlen, sondern auch meine Altersvorsorge sichern – und genug für schlechte Zeiten zur Seite legen. Denn nicht immer hast du dauerhafte Aufträge oder absehbar feste Einnahmen für die nächsten Monate.

Daniela Sprung
Daniela bei einem ihrer Vorträge. Bild: Anke Sundermeier

Mein sehr geschätzter Kollege Jan Tißler vom Upload-Magazin (auch hier dicke Empfehlung) hat dazu den Artikel Typische Freelancer-Fehler vermeiden geschrieben. Darin geht er unter anderem darauf ein, wie du deine Stundensätze kalkulieren solltest. Und welche finanziellen Risiken als Freelancer lauern.

Ein anderer Punkt ist die Erholung. Ich habe auch keine 30 Tage Urlaub, die ich nehmen kann, um einfach alles stehen und liegen zu lassen. “Frei” habe ich seit mindestens 3 Jahren nicht mehr gemacht. Und ich weiß, dass das nicht schlau ist. Pausen und Erholungszeiten sind unfassbar wichtig. Mein Problem ist, dass ich ein ganz neues Verantwortungsgefühl für mein Unternehmen habe. Und dass ich schwer loslassen kann. Auch das gehört dazu, Unternehmerin zu sein: Loslassen, abschalten, Energie tanken. Etwas, an dem ich selbst stark arbeiten muss.

Tipp: Nicht jeder mag es, von Zuhause oder aus einem Coworking-Space zu arbeiten. Wir haben für dich Vor- & Nachteile des Remote-Arbeitens zusammengefasst. Mit Tipps für den Alltag im Homeoffice.

Ohne Positionierung geht nichts

Ich bin sehr frei in dem, was und wann ich arbeite. Ich kann bestimmen, mit wem ich arbeiten möchte und an welchen Projekten ich mich beteilige. Ich kann meine eigenen Ideen umsetzen. Ohne mir eine Freigabe holen zu müssen. Das heißt auch, dass ich meine eigenen Preise festlege. Unabhängig von Texterplattformen oder Kollegen und Kolleginnen, die sich unter Wert verkaufen. Das kann ich aber nur, wenn klar ist, für was ich stehe. Du musst wissen, was deine Expertise ist. Warum sollte man mit dir zusammenarbeiten, und nicht mit anderen?

Darum ist mein Tipp: Eine Positionierung aufzubauen ist das A & O. Nur wenn klar ist, für welches Angebot oder für welche Dienstleistung du stehst, wirst du Erfolg haben. Wenn klar ist, warum ein Kunde bei dir kaufen sollte und nicht beim Mitbewerber, dann ist es weniger schwer, auf dem Markt zu bestehen. Und das ist fortlaufende Arbeit.

Klimapositives WordPress Hosting

Ich glaube, das ist mir mit bloggerabc gelungen. Und ich bin weiter stetig dran, meine Expertise auszubauen. Indem ich meinen Mehrwert kommuniziere und andere Menschen daran teilhaben lasse. Der Weg ist lang, hart aber auch unfassbar genial. Alleine die Menschen, die ich dadurch kennenlernen durfte, lassen die Schwierigkeiten vergessen. Ich habe unglaublich viel gelernt. Das wäre mir so ansonsten nicht passiert. Und ich bin noch lange nicht fertig.

Ich hoffe, ich konnte die ganzen Geschichten rund um das „leichte Geldverdienen“ beim Bloggen ein bisschen entkräften. Und trotzdem für diesen Job werben. Weitere Tipps hierzu findest du in meinem Beitrag zum Thema Blog-Strategie. Darin findest du Hinweise, worauf du achten solltest. Und warum ich den Hype um das Bloggen sehr kritisch sehe.

Wenn du magst, dann lass uns gerne darüber diskutieren, in den Kommentaren. Ich würde mich sehr freuen!

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Beitragsbild: Ewan Robertson