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Mit der Keyword-Recherche zum SEO Erfolg: Anleitung Schritt für Schritt

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Welchen Fehler machen Selbstständige am häufigsten im Online-Marketing? Meine Antwort auf diese Frage lautet regelmäßig: Sie betreiben keine Keyword-Recherche, erstellen Content, den niemand sucht und erzielen somit keine Resultate. Willkommen in der Welt der Keyword-Recherche. Eine Welt, in der dich mangelnde Vorbereitung Budget, Zeit und Ressourcen kostet. Ich führe dich Schritt für Schritt durch die komplette Recherche.

Die gute Nachricht: Eine Keyword-Recherche mag zwar etwas Zeit in Anspruch nehmen, aber viele Webseiten stecken voller ungenutztem Potenzial. Folgendes Start-up aus Hamburg konnte mit wenig Aufwand seinen Traffic verdreifachen. Denn erst durch eine Keyword-Recherche ist dem Unternehmen aufgefallen, dass es bereits für Suchbegriffe mit hohem Suchvolumen rankte. Nur der passende Inhalt hat gefehlt:

Traffic nach Keyword Recherche
Anstieg des Traffics nach vorheriger Keyword Recherche

Basics First! Grundlagen der Keyword-Recherche

Bevor ich dir Tools und mögliche Techniken zeige, mit denen du eine Keyword-Recherche durchführen kannst, möchte ich dich in die Grundlagen der Keyword-Recherche einweisen.

Was sind „Keywords“?

Jedes Mal wenn wir Suchmaschinenoptimierer von Keywords sprechen, dann sind damit jene Schlagwörter und Wortgruppen gemeint, welche die Nutzer – deine potenziellen Kunden – in die Suchmaschine ihrer Wahl eingeben.

Sowohl Google als auch verschiedene Online-Tools stellen Daten bereit, wie oft jene Suchbegriffe pro Monat gesucht werden. Dieses Suchvolumen hilft uns Online-Marketern dabei, bedeutsame von unbedeutsamen Keywords zu unterscheiden.

Das macht die Keyword-Recherche letztlich zur Pflicht bei Online-Unternehmen, die organischen Traffic aufbauen möchten. Denn so erfährst du bereits im Voraus, ob sich die Mühe lohnt, in passende Texte und Inhalte zu investieren. Und Zeit ist bekanntlich Geld.

Arten von Keywords

In der Suchmaschinenoptimierung unterteilt man Keywords in verschiedene Kategorien. Jede Kategorie hat ihren eigenen Charakter. Denn hinter jedem Keyword steckt eine andere Suchintention des Nutzers und damit auch andere Ergebnisse. Folgende grobe Einteilung hilft dir dabei, zu erkennen, welches Suchvolumen oder welche Art von Traffic in der jeweiligen Kategorie zu erwarten ist:

Keyword Charakteristika / Eigenschaften
Short Tail Keywords Wortgruppen die sich auf 1-3 Wörter beschränken, kurz und einschlägig sind, großes Suchvolumen aufweisen und meist eine hohe Konkurrenz haben. Zum Beispiel Pizza.
Long Tail Keywords Wortgruppen, die bereits sehr viel spezifischer auf ein Thema eingehen. Deutlich geringeres Suchvolumen. Dafür aber vergleichsweise geringere Konkurrenz und höhere Konversionsraten. Etwa: Warum macht Pizza dick?
Local Keywords (Geo Targeting Keywords) Schlagwörter die sich auf einen Ort oder eine geografische Position beziehen. Z.B. Pizza Lieferdienst in Berlin.
Semantische Keywords Schlagwörter die einem Keyword ähneln, ein Synonym sind oder in anderer Reihenfolge geordnet sind.
Brand Keywords Keywords die sich explizit auf eine Marke, Produkt oder einen Unternehmensnamen beziehen. Beispiel: Dominos Pizza.
Competitor Keywords Schlagwörter die sich auf eine Marke, ein Produkt oder auf eine Dienstleistung der Konkurrenz beziehen. Für RAIDBOXES beispielsweise: WPEngine WordPress Premium Webhosting.
Commercial Keywords / Transactional Keywords Keywords mit einem Kaufbezug. Bei diesen Keyword-Gruppen lässt sich bereits erahnen, dass der Suchende Interesse an einem Produkt hat und überlegt, sich dieses zu kaufen oder bereits nach Angeboten vergleicht.

Das Thema ist umfangreich. So umfangreich, dass jeder Online-Marketer diese Kategorien etwas anders handhabt. Weitere Informationen zu Search-Queries findest du in Googles Search-Quality-Guidelines ab Seite 66.

Suchintention – Welche Keywords sind für mein Business relevant?

Suchmaschinen haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem Nutzer stets die beste Antwort auf eine Frage zu liefern. Das ist gar nicht so einfach, bei einem Pool tausender möglicher Antworten. Um ihren Nutzern die relevantesten Ergebnisse liefern zu können, müssen Suchmaschinen in der Lage sein abzuleiten, welches Ziel der Suchende mit seiner Suchanfrage verfolgt.

In der Welt des Online-Marketings wird das als Suchintention (Englisch: “Search Intent”) bezeichnet.

Als Betreiber einer Webseite solltest du dich bei der Keyword-Recherche also stets fragen, welche Information sich der Suchende wünscht – und deine Inhalte entsprechend an das Ziel des Besuchers anpassen.

Dabei sehe ich immer wieder veraltete SEO-Methoden, wie das Erstellen von Satellitenseiten – mit der Hoffnung, in anderen Bezirken zu ranken. Oder das Erstellen hundertfacher Unterseiten mit jedem Ortsteil einer Großstadt. Nicht nur, dass diese Methoden Spam sind und die Gefahr besteht, seinem eigenem Ranking im Weg zu stehen. Zudem ist es sicherlich auch nicht im Interesse deiner Kunden, wenn sie an eine falsche Adresse weitergeleitet werden. Oder wenn sie falsche Informationen zu einem Produkt erhalten. Und im Interesse der Suchmaschinen ist dies schon gar nicht.

Nehmen wir das Keyword “PC zusammenstellen” als Beispiel. Es erscheinen lediglich Shopping Ergebnisse. Die Suchintention hinter diesem Begriff ist für Google eindeutig:

Suchintention Keyword
Google versucht, die Suchintention des Keywords zu erkennen

Aber alleine durch das Verändern unserer Suchanfrage in “PC zusammenstellen Tipps” ergibt sich eine ganz andere Intention in unserer Anfrage. Google stellt uns nun informative Inhalte bereit:

Suchintention Informationen
Die geänderte Suchintention nach Informationen

Da die Suchintention also den zukünftigen Inhalt unserer Themen bestimmt, ist es empfehlenswert, zunächst einen Blick in die Suchergebnisse zu werfen. Dann erhältst du ein Gespür dafür, welche Art von Content durch den Nutzer gewünscht ist.

Ein Online-Shop mit einem PC-Konfigurator könnte wertvolle Traffic-Chancen verpassen, wenn er sich allein auf die Vermarktung seines PC-Konfigurators verlässt. Dieser würde schlichtweg nicht zu informativen Suchanfragen ranken.

Schritt für Schritt zur Keyword-Recherche

Es gibt allerlei Methoden, wie eine Keyword-Recherche durchzuführen ist. Obgleich du deine Zeit eher in die Contentpromotion oder in die Erstellung investieren möchtest, ist eine vorherige Keyword-Recherche Pflicht. Allerdings lege ich dir nahe, die Keyword-Recherche gewissenhaft und sorgfältig durchzuführen. Sie entscheidet nicht unwesentlich über den Erfolg deiner Beiträge.

In diesem Tutorial legen wir eine Mindmap mit relevanten Keywords an, dazu gleich mehr. Das Ganze wird in etwa so aussehen:

bild mindmap keyword recherche
Das Ziel deiner Recherche: eine Mindmap mit deinen relevanten Keywords.

In den Klammern der Mindmap siehst du das Suchvolumen verwandter Suchbegriffe. Der Vorteil dieser Methode ist, dass unsere Schlagwörter nach Suchvolumen und auch nach Tool sortiert sind. Das macht es uns später einfach, die Keywords in eine Struktur zu bringen.

Tipp: Keywords aus deiner Mindmap, die es nicht in deinen Inhalt schaffen, bieten sich später exzellent für separate Blogbeiträge oder Unterseiten an. Dort kann mittels interner Verlinkung der Bezug zu deinen wichtigsten Keywords (Hauptthema) gestärkt werden.

Die Keywords aus dieser Mindmap werden wir nach unserer Keyword-Recherche in folgende Struktur bringen:

bild contentstruktur nach keyword recherche
Struktur deiner recherchierten Keywords

In diesem Beispiel handelt es sich bei Arbeitszeugnis um das “Seed Keyword”, welches auf unserer Seite die Hauptüberschrift (H1) bilden wird. Verwandte Suchbegriffe mit dem höchsten Suchvolumen werden die Zwischenüberschriften (H2) bilden. Besucher einer Webseite scannen in der Regel nur nach bestimmten Informationen. Zwischenüberschriften sind ein perfekter Wegweiser, um den Einstieg in deinen Inhalt zu erleichtern.

Auch Suchmaschinen profitieren von dieser Struktur, da sie den Inhalt deiner Webseite besser “verstehen” können. Diese Themen lassen sich dann wiederum mit weiteren Unterthemen (H3) ausbauen.

Keywords, die kein hohes Suchvolumen aufweisen, passen möglicherweise zu den Themen unserer Zwischenüberschriften. Diese Schlagwörter geben uns Ideen, womit wir unseren Inhalt später füllen können.

Der Vorteil dieser Methode ist: Du musst kein Experte in einem Thema sein. Anhand der Keyword-Recherche und der damit ausgearbeiteten Struktur bist du sofort im Klaren darüber, welche Inhalte für deine Nutzer relevant sind. Du musst dich nur noch darauf konzentrieren, die “Keywords” abzuarbeiten. Oder du gibst diese Struktur gleich an passende Autoren weiter.

Schritt 1: Brainstorming – Keyword-Ideen sammeln

In dieser Anleitung gehe ich davon aus, dass du bereits ungefähre Ideen oder Anweisungen erhalten hast, für welches Keyword du optimieren möchtest.

Sollte das nicht der Fall sein, dann öffne ein separates Dokument und mache dir Notizen zu potenziellen Themen, über die du schreiben könntest. Es reichen grobe Stichworte. Etwa Hobbys oder Themen, die dich interessieren. Probleme mit denen du oder dein Umfeld in den vergangenen Monaten konfrontiert warst und die du lösen konntest. Das können ebenfalls Kaufentscheidungen sein.

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Geht es beim zukünftigen Inhalt um Dienstleistungen aus deinem Unternehmen, dann schreibe dir die groben Dienstleistungen oder Produkte auf, die dein Unternehmen anbietet. Denke dabei aber nicht nur an die Produkte, die du selber verkaufen möchtest. Sondern auch an Fragen, die letztlich zu deiner Dienstleistung führen. Schließlich könntest du die Lösung für das Problem deiner Nutzer sein.

Trage diese daraufhin in Googles Eingabemaske ein. Googles Autocomplete / Google Suggest Feature wird dir bereits bei der Eingabe Ideen liefern, welche Suchbegriffe in Kombination zu deiner Dienstleistung ebenfalls von anderen Personen gesucht werden. Nutze diese Vorschläge als Inspiration für deine Keyword-Recherche und Produktpalette.

Google Autosuggest KW Arbeitszeugnis
Nutze die Autocomplete-Funktion der Google Suche

Am Ende der Suchergebnisse werden übrigens weitere Vorschläge zu jenem Keyword gemacht. Diese könnten ebenfalls nützliche Anreize für deine Keyword-Recherche enthalten:

Verwandte suchbegriffe in serps
Google zeigt dir ähnliche Suchanfragen an

Schritt 2: Mit Freemind zur Keyword-Mindmap

FreeMind ist eine Open Source Software zur Erstellung von Mindmaps. Das Programm ist kostenlos für MacOS als auch für Windows verfügbar. Zum Download: http://freemind.sourceforge.net/wiki/index.php/Main_Page.

  1. Öffne FreeMind und notiere dir dein Keyword in der Mitte. Von dort aus kannst du mit der Taste „EINFG“ (MacOS: Tabulator) einen neuen Reiter erstellen. Diese unterteilst du nach Suchintention oder Plattform, um die Übersicht zu behalten.
  2. Ordne deine Keywords nach verwendeten Tools oder Unterthemen. Sortiere deine gefundenen Keywords stets nach höchstem Suchvolumen.
  3. Erledigte Themen kannst du später mit einem Marker streichen, um die Übersicht nicht zu verlieren!
Struktur Keywordquellen Mindmap
Die Struktur der Keywordquellen in einer Mindmap

Schritt 3: Einen erster Blick auf die Konkurrenz und Suchergebnisse werfen

Nachdem wir unseren Suchbegriff in Googles Eingabemaske bestätigt haben, werfen wir einen umfassenden Blick auf die präsentierten Suchergebnisse. Bereits aus den Serps (Search Engine Result Pages) kann man viele Informationen zu einem Keyword entnehmen.

Suchintention: Welche Art von Inhalten dominieren die Suchergebnisse? Überwiegend Produkte, E-Commerce-Webseiten und Shopping Ads? Dann wird es mit einer reinen Contentseite schwierig, Rankings zu erzielen.

Konkurrenz: Wie “stark” sind die Domains der ersten 5 Positionen? Handelt es sich bei den Ergebnissen um Domains mit hoher Autorität (z.B. Wikipedia) oder eher um private Webseiten, News-Portale und Foren?

Sind die Ergebnisse oder Seiten optimiert? Gute Metabeschreibungen, gut gestaltete Landingpages oder lange Texte können Indikatoren für eine erfolgte Suchmaschinenoptimierung sein.

Falls du ein Backlink-Tool verwendest: Verweisen hochwertige Backlinks auf diese Url’s?

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Structured Data: Werden zu dem Suchbegriff weitere Informationen direkt in den Suchergebnissen angezeigt oder gar beantwortet? Auch das kann ein Indikator für eine erfolgte Suchmaschinenoptimierung sein. Als Seitenbetreiber musst du es in diesem Fall der Konkurrenz gleichtun:

  • Review Sterne (Google Sterne) in den Suchergebnissen
  • Suchanfragen werden direkt in den Suchergebnissen beantwortet
  • “FAQ” / “How To” Boxen unter der Eingabemaske
  • “Rezepte” (Rich Cards) direkt in den Suchergebnissen

Sogenannte Rich Snippets werden durch Structured Data ermöglicht und können die CTR (Click Through Rate) der Suchergebnisse stark beeinflussen. Nutzt kein Betreiber in der Nische Structured Data, kannst du das gleichzeitig als Chance sehen, in den Suchergebnissen stärker aufzufallen oder gar in prominenten Plätzen zu erscheinen:

structured data
Beispiel für Rich Snippets in der Food-Szene
Rich Cards
Beispiel für Rich Cards in Google

Schritt 4: Potential des Keywords prüfen

Hat ein kurzer Blick in die Suchergebnisse ergeben, dass es sich um ein Keyword mit schwacher bis mittelstarker Konkurrenz handeln könnte, dann prüfen wir im nächsten Schritt, wie profitabel das Keyword ist. Dazu benötigen wir ein Tool zur Keyword-Recherche.

Kostenpflichtige Tools sind hier stets zuverlässiger als kostenlose Tools. Diese verfügen in der Regel auch über eine größere und aktuellere Keyword-Datenbank. Anbei einige Beispiele für Online-Tools.

Folgende Kennwerte sind wichtig:

  • Das Suchvolumen zeigt dir, wie viele Nutzer im Monat nach deinem Suchbegriff suchen.
  • Cost per Click (CPC) steht dafür, wie viel Geld Werbetreibende im Durchschnitt für einen Klick auf eine Anzeige zu diesem Keyword bezahlen. Hohe Klickpreise sind ein Indikator für eine starke Konkurrenz oder für Nischen, in denen hohe Gewinne möglich sind.
  • Suchtrend: Definiert, ob das Keyword in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen oder verloren hat.

UberSuggest

UberSuggest zeigt dir alle Daten an, die du für deine Keyword-Recherche benötigst. Die Benutzeroberfläche mit seinen ganzen Kennzahlen mag auf den ersten Blick unübersichtlich erscheinen. Aber für unsere Zwecke benötigst du nur einige Zahlen und Funktionen:

Keyword-Tool Ubersuggest by neilpatel
Das Keyword-Tool „Ubersuggest“ von Neil Patel

Mittlerweile kann UberSuggest sogar Domains auf Ihre profitabelsten Keywords analysieren und damit herausfinden, für welche Keywords deine Konkurrenz optimiert ist. Zu dieser Art der Keyword-Recherche aber später mehr.

Im Reiter “Keyword-Ideen” siehst du weitere Vorschläge für verwandte Keywords. Die Ergebnisse sind nach Höhe des Suchvolumens sortiert:

Keyword-Ideen in Ubersuggest
Ubersuggest zeigt dir weitere Keyword-Ideen an.

Da diese Keyword-Ideen ein hohes Suchvolumen haben, solltest du diese ebenfalls in deinem Inhalt behandeln. Scheinbar sind diese Themen für einen Großteil der Nutzer relevant. Notiere dir die Vorschläge, die für dein Business von Bedeutung sind ebenfalls in deiner Mindmap. Sie bilden später die Zwischenüberschriften bzw. die Themen in deinem Content.

SEMrush (Kostenlose Variante)

Aus persönlicher Sicht ist SEMrush mein Lieblings Tool. Das liegt in erster Linie an der riesigen Keyword-Datenbank und der zahlreichen Daten zu Webseiten und deren Traffic. Das günstigste Paket kostet 99.50 Euro pro Monat. Was allerdings nirgendwo beworben wird ist, dass SEMrush auch eine kostenlose Mitgliedschaft anbietet. Für die meisten Betreiber kleiner Webseiten ist diese völlig ausreichend.

Keyword uebersicht semrush
Meine persönliche Empfehlung: das SEO-Tool SEMrush.

Die gratis Mitgliedschaft umfasst:

  • Beschränkter Zugriff auf beinahe alle SEO-Tools (OnPage Optimierung etc.)
  • Einsehen von Daten wie Suchvolumen, CPC etc.
  • Jeweils 10 Ergebnisse zu Keywords einer Domain oder verwandter Suchbegriffe

Tipp: Suchen können beliebig oft wiederholt werden. Mit den richtigen Filtern erhältst du auch in der Free Version stets andere Ergebnisse, du musst nur die richtigen Suchkriterien wählen.

Ebenfalls nützlich ist der “Keyword Wizard”. Er schlägt dir weitere verwandte und relevante Keywords mitsamt Suchvolumen vor. Bereits aus dem Screenshot lässt sich erkennen, wie groß der Unterschied an Keyword-Ideen im Vergleich zu einem kostenlosen Tool ist:

Keyword-Ideen aus semrush
Der Keyword-Wizard von SEMrush

Notiere dir alle relevanten Keywords in deiner Mindmap. Setz dir als Ziel stets den ausführlichsten Artikel zu einem Thema zu schreiben, der keinerlei(!) Fragen auslässt. Das Ergebnis sollte DIE Ressource im Netz zu sein, welche als Expertenbeitrag zu diesem Thema betrachtet wird. Solch ein Artikel verdient den ersten Platz in den Suchergebnissen. Das sollte dein Anspruch sein.

Google Auto-Suggest als Keyword Tool nutzen

Das mächtigste unter allen Keyword-Recherche-Tools befindet sich übrigens die ganze Zeit vor unseren Augen – die Google Suche! Genau genommen: Das Auto-Suggest Feature der Eingabemaske. Obwohl dieses Tool keine Daten zum Suchvolumen bereitstellt, können die Vorschläge durchaus mit Keyword-Recherche-Tools mithalten. Denn viele dieser Lösungen basieren tatsächlich auf dem Auto-Suggest Feature.

Dabei handelt es sich um jene Funktion, welche Ergänzungen zu deiner Suchanfrage vorschlägt:

  1. Öffne einen Inkognito-Tab in einem Browser deiner Wahl
  2. Rufe google.de auf
  3. Falls du keine lokale Dienstleistung / Produkt verkaufen möchtest, stelle sicher, den Zugriff auf deinen Standort zu blockieren – um keine lokalen Keyword-Vorschläge zu erhalten.
  4. Gebe dein Keyword und den Buchstaben “a” in die Eingabemaske ein
  5. Notiere relevante Vorschläge zu deinem Keyword in deiner Mindmap
  6. Fahre mit dem Rest des Alphabets fort

 

Lokale Google Suche
Den Zugriff auf deinen Standort blockieren
Google autosuggest beispiel
So nutzt zu Googles Autosuggest als Keyword Tool.

Dieser Prozess nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch. Er hat aber den Vorteil, dass dir nur relevante Suchbegriffe dargestellt werden, welche oft von anderen Menschen in der Suchmaschine gesucht werden. Welche Daten sind schon zuverlässiger, als jene, die Google selbst zur Verfügung stellt.

Meist finden sich hier eine ganze Reihe Longtail- oder Frage-Keywords mit schwacher Konkurrenz, welche in Form einer FAQ (z.B. durch Structured Data) umgesetzt werden kann. Das ist eine einmalige Chance, die eigenen Antworten direkt in den Suchergebnissen darstellen zu können.

Notiere relevante Keywords in deiner Mindmap, um Sie später zu verwenden – einmal für das ganze Alphabet.

Tipp: Dieser Vorgang lässt sich übrigens auf andere Google Produkte übertragen (z.B. YouTube), um weitere Content-Ideen für andere Content-Typen zu erhalten.

YouTube Suche autosuggest
Autocomplete-Funktion von YouTube

Tipp 2: Diesen Prozess kannst du beschleunigen, indem du kostenpflichtige Tools wie Hypersuggest verwendest. Das Werkzeug funktioniert auf die gleiche Weise, spart dir aber kostbare Zeit. In der kostenlosen Version sind allerdings nur 20 Ergebnisse pro Anfrage enthalten.

Hypersuggest
Das kostenpflichtige Tool „Hypersuggest“ nimmt dir Arbeit ab.

Google Trends

Zumindest dann, wenn es um Keywords mit hohem Suchvolumen geht (Marken, Produkte, Filme, Berühmtheiten), ist Google Trends ein wunderbares Mittel um die Popularität einer Suchanfrage zu untersuchen:

Google Trends Beispiel
Bei Keywords mit hohem Suchvolumen hilft Google Trends.

Den Statistiken im Beispiel kannst du entnehmen, dass das Interesse gleichbleibend ist. Zusätzlich erhältst du unter “Ähnliche Suchanfragen” weitere Keyword-Ideen zu dem Suchbegriff. Mit etwas Glück befinden sich darunter sogar Vorschläge, die erst in den vergangenen Monaten interessant geworden sind. Wenn deine Mitbewerber noch nicht damit arbeiten: Perfekt!

Der Nachteil dieser Methode ist, dass sie oft nur mit populären Suchbegriffen funktioniert. Und zwar mit solchen, die ein hohes Suchvolumen aufweisen. Für Nischen mit geringem Suchvolumen lassen sich kaum relevante Informationen finden.

BONUS: Keyword-Ideen anhand der Konkurrenz ermitteln

Diese Methode der Keyword-Recherche kommt leider bei den wenigsten Unternehmen aktiv zum Einsatz. Dabei ist sie meiner Meinung nach die effektivste Variante, um Ideen zu neuen Traffic-Quellen zu erhalten.

Du benötigst zwingend ein Online-Tool, das in der Lage ist, dir die Rankings deiner Mitbewerber anzeigen zu lassen. Je größer die Keyword-Datenbank, desto besser die Auswahl an Vorschlägen.

Ich verwende dazu SEMrush im Reiter “Organic Research”. Selbstverständlich kannst du aber auch den kostenlosen Traffic Analyzer von UberSuggest verwenden.

Die Faulheit der Konkurrenz zunutze machen

Die Wahrheit ist: Kaum ein Seitenbetreiber weiß eigentlich so recht, zu welchen Keywords er überhaupt rankt. Das wichtigste Tool, die Search Console von Google, wird von den meisten Leuten gar nicht aktiv verwendet. Natürlich wissen die meisten Betreiber über die wichtigsten Keywords Bescheid und haben klare Ideen darüber, zu welchen “großen” Keywords sie ranken möchten. All die “kleineren” Suchanfragen geraten dabei schnell in Vergessenheit – oder sie sind gar nicht erst bekannt.

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Dabei handelt es sich meist um Keywords, welche zwar von der Konkurrenz kurz erwähnt werden oder passiv ranken, die aber nicht viel Bedeutung auf der Webseite finden. Das Schöne an diesen Keywords ist, dass die Unachtsamkeit deiner Konkurrenz deine größte Chance sein kann, um Traffic aufzubauen.

Rankings der Konkurrenz ausfindig machen (“How to”)

Gib zunächst die URLs deiner Konkurrenz in ein Keyword-Tool deiner Wahl ein. Uns interessieren die Positionen 4 bis 20, im abgebildeten Fall aus SEMrush. Natürlich lassen sich auch noch Keyword-Ideen auf hinteren Platzierungen finden. Aber es hilft ungemein die Anzahl möglicher Positionen erst einmal einzuschränken:

SEMrush Alternative
Keywords der Konkurrenz analysieren in SEMrush

Begrenze gleichzeitig das Suchvolumen, um keine Vorschläge für Keywords zu erhalten, für die es sich nicht lohnt, Content zu erstellen. Diese Grenze ist dir selbst überlassen. Ich persönlich starte jeweils bei einem Suchvolumen von 200.

Tipp: Spiele mit den Suchfiltern. Wenn du keine passenden Ergebnisse erhältst, dann reduziere die Strenge der Suchkriterien. So lassen sich mehr Ergebnisse finden.

Durchsuche nun die Ergebnisse nach Themen, die auch auf dein Keyword oder deine Dienstleistung zutreffen. Bewerte die rankende URL nach ihrem Inhalt:

  • Handelt es sich dabei um eine eigens angelegte URL zu diesem Suchbegriff? Falls ja: Wie gut ist der Content zu diesem Thema? Bist du in der Lage, eine bessere Anlaufstelle für dieses Thema zu schaffen?
  • Wurde die rankende URL für ein anderes Keyword optimiert? Falls ja: Wird das Keyword auf dieser URL ausgiebig oder überhaupt behandelt?

Behalte dabei immer auch die Suchintention im Hinterkopf. Wenn du ein interessantes Keyword findest, das bei der Konkurrenz zu wenig Beachtung erhalten hat, dann wirf auch einen Blick in die Suchergebnisse. Möglicherweise gibt es dafür andere Konkurrenten, die es besser gemacht haben. Allerdings kannst du diese wiederum auch für deine Konkurrenz-Keyword-Recherche verwenden, welche dir Zugang zu weiteren Keyword-Ideen gewährt.

Im Grunde genommen lässt sich dieser Prozess unendlich oft wiederholen:

  • So kannst du die Konkurrenz der Konkurrenz für deine Analyse nutzen.
  • Wenn du eine lokale Dienstleistung vermarktest, dann macht es Sinn, einen Blick in andere Städte zu werfen. So siehst du, wie Unternehmen dort Ihren Traffic aufbauen.

Notiere dir wichtige Keywords in deiner Mindmap oder behalte sie im Hinterkopf, um eigene Landingpages zu diesem Thema zu erstellen.

BONUS: Keyword-Ideen aus der Search Console erhalten

Im letzten Abschnitt dieses Tutorials möchte ich dich bitten, die folgenden beiden Fragen ehrlich zu beantworten: “Weißt du, zu welchen Keywords deine Webseite rankt? Und durch welche Keywords dein Traffic erzeugt wird?”

Lautet deine Antwort “Nein”, dann rufe sofort die Search Console unter https://search.google.com/search-console/ auf. Falls noch nicht erledigt, verifiziere deine Webseite und warte einige Tage.

Search Console
Die Leistung deiner Website, ersichtlich in der Google Search Console

Die meisten Webseitenbetreiber fokussieren sich nur auf jene Keywords, die ein hohes Suchvolumen haben. Oder auf Keywords, die sie im Zuge ihrer Suchmaschinenoptimierung bereits optimieren. Dabei bauen etliche Webseiten Rankings zu weiteren Keywords auf. Nicht selten ranken Top-URLs mit hunderten Keywords zu einer Seite – ohne dass der Inhalt auf diese Keywords optimiert wurde. Und das ganz passiv. Mit etwas Glück finden sich hier Keywords, die ebenfalls ein hohes Suchvolumen aufweisen, zu denen allerdings nur der “optimale” Content fehlt.

Gerade für jene Seiten, die noch nicht in der Lage sind, zu einem Hauptbegriff zu ranken, sind diese Keywords ein guter Einstieg. Um erste Besucher zu bekommen und um den Grundstein für weitere Rankings zu legen.

Unter dem Menüpunkt Leistung bekommst du Einblicke über die Performance deiner Webseite in der Google-Suche. Blende Klicks / CTR aus und lasse nur die Positionen anzeigen. Am Ende der Seite kannst du festlegen, wieviele Ergebnisse du pro Seite darstellen willst. Setze diesen Wert auf 500. Sortiere die Positionen nach aufsteigenden Rankings. Wie im Fall von SEMrush konzentrierst du dich dann beispielsweise auf Keywords, für die deine Webseite jenseits der Position 10 rankt. Anschließend lockerst du die Suchkriterien.

Positionierungen Search Console
Positionierungen aus der Search Console

Am Beispiel betrachtet: Diese Webseite rankt zum Thema “Vitiligo” (Hautkrankheit) zu vielen Keywords, obwohl nicht einmal der passende Content zu diesen Themen existiert. Möglicherweise finden sich hierunter Keywords mit hohem Suchvolumen.

Wieviel Suchvolumen gibt es zu dem Begriff?

Leider gibt Google keine Daten zum Suchvolumen in der Search-Console aus. Seit Google keine brauchbaren Daten mehr im Keyword Planner zur Verfügung stellt, kommt man leider nicht umhin, ein SEO-Tool zu kaufen, mit dem das Suchvolumen ausgelesen werden kann. Alternativ gibst du die Begriffe einzeln in Tools wie Ubersuggest ein.

Allerdings besteht die Möglichkeit, Keywords aus der Search Console in eine Tabelle zu exportieren, um sie anschließend in einem kostengünstigen SEO Tool einzufügen. Dort lässt sich das Suchvolumen der ganzen Liste darstellen. Beispielsweise durch SERanking (Kosten: rund 5€/Monat).

  1. Klicke in der Search Console unter „Leistungen“ auf das Icon „Daten exportieren“
  2. Speichere die Excel Datei
  3. Füge die exportierten Keywords in einem SEO-Tool deiner Wahl ein und frage das jeweilige Suchvolumen ab.
SERanking Keyword Recherche
Das Suchvolumen der Keywords mit SERanking abfragen

Lohnenswerte Keywords finden

Wie im vorigen Schritt machst du dich nun auf die Suche nach folgenden Keywords:

  1. Die ein gutes Suchvolumen aufweisen (>100)
  2. Zu denen bereits erste gute Rankings bestehen
  3. Die zu dem Inhalt deiner Webseite passen und zu denen du denkst, dass sie eine tolle
    Ergänzung für dein Portal wären
  4. Die im Einklang zu deiner Dienstleistung oder deinen Produkten stehen bzw. die einen Einstieg in neue interessante Nischen bieten könnten

Das Ranking deiner Seiten steigern

Schau dir den Inhalt jeder URL genauestens an und beurteile kritisch:

  • Wird das Thema genauestens behandelt?
  • Löse ich das Problem meiner Besucher (Stichwort Suchintention)?
  • Gehen Links von thematisch passenden Seiten auf diese Unterseite ein?
  • Musst du das Thema (Keyword) intensiver behandeln? Beispielsweise bezüglich der Textlänge oder der Qualität von Fragen, die im Beitrag beantwortet werden.
  • Solltest du das Thema (Keyword) auf der eigenen Webseite mehr verlinken?
  • Verweisen andere Domains auf diese Unterseite?

Schritt für Schritt kannst du so die wichtigsten Unterseiten optimieren und ihre Sichtbarkeit in Google & Co. erhöhen.

Tools, die dich bei der Keyword-Recherche unterstützen

Um eine erfolgreiche Keyword-Recherche durchzuführen, benötigst du Tools, die dir Keywords mit ihrem monatlichen Suchvolumen ausgeben. Und du brauchst eine Möglichkeit, um die gefundenen Schlagwörter zu strukturieren.

Kostenlose Tools:

Kostenpflichtige Tools:

Welche Tools nutzt du am liebsten für deine Keyword-Recherche, und warum?

Du hast Fragen zur Keyword-Recherche oder zum Beitrag? Nutze gerne die Kommentarfunktion. Du willst über neue Beiträge zu SEO und Online Marketing informiert werden? Dann folge uns auf Twitter, Facebook oder über unseren Newsletter.

Beitragsbild: Hasan Albari